Mit einem Lächeln auf See und stets ein Auge offen

Ein Reisebericht von Kristin Adelsberger


Wir starteten von Düsseldorf mit der CONDOR unseren Flug nach Santo Domingo - der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Von hier aus sticht die AIDA jeden Freitag um 20:00 Uhr in See, um jeden Freitag wieder um 08:00 Uhr hierher zurückzukehren (während unserer Wintersaison von November bis April). In Santo Domingo am Nachmittag bei 29 Grad Celsius angekommen, erreichten wir nach einer knappen halben Stunde Fahrt den Hafen und damit d a s Clubschiff „AIDA“.

Wir begannen mit der Merengue Route: Grenada-Isla Margarita-Curacao-Aruba.

Nach einem Seetag erreichten wir die erste und südlichste Insel der Antillen, die Gewürzinsel. Grenada ist landschaftlich sehr abwechslungsreich. Die Muskatnuss wächst zu zwei Dritteln des Weltbedarfs auf dem Vulkanboden dieser Insel. Wir fuhren mit einem Kleinbus durch die üppige Regenwald-Vegetation des Grand Etang-Nationalparkes bis zum gleichnamigen Kratersee. Unser Reiseleiter erzählte uns viel über die Natur und zeigte uns Mango-, Kakao-, Muskat-, Nelken- und Zimtbäume sowie Bananenplantagen. In Gouyave besichtigten wir eine Muskatfabrik. Sehr interessant ist die Verarbeitung der Muskatnuss. Diese besteht aus verschiedenen Schichten und aus jeder Schicht wird etwas gewonnen. Aus der äußeren Schicht wird Marmelade gekocht, aus der nächsten netzförmigen Schicht wird Muskatöl gewonnen und erst nach der nächsten Schicht findet man die eingentliche Nuss,wie sie jeder von uns kennt.

Am nächsten Tag lagen wir vor der Isla Margarita auf Reede und freuten uns riesig auf unseren Ausflug „Canaima mit Angel Falls“ – das absolute Highlight! Wir flogen von der Isla Margarita ca. 2 Stunden über den Dschungel mit seinen glitzernden Flüssen und Wasserfällen über den Orinoco hinweg bis nach Canaima. Dabei flogen wir an einem der atemberaubendsten Wasserfällen der Welt vorbei – dem Salto Angel, auch Angel Falls genannt. Das Wasser stürzt aus ca. 1000 Metern in die Tiefe. Das war ein sehr beeindruckender Augenblick. In Canaima startete unsere Bootstour über die Lagune (an Wasserfällen vorbei) und im Anschluss daran wanderten wir durch den Urwald bis zum Sapo-Wasserfall und badeten noch in einem kleinen See. Der Ausflug war Spitze!

Die schönste Hafeneinfahrt durften wir am nächsten Tag erleben – Willemstad – die Hauptstadt von Curacao; vorbei an vielen bunten kolonialen Geschäftshäusern mit holländischer Fassade. Hier auf der größten Insel der Niederländischen Antillen kann man ebenfalls interessante Ausflüge unternehmen: zum Christoffel Nationalpark, den Höhlen von Hato oder man bummelt durch Willemstad - was ich sehr empfehlen kann. Ein weiteres  Highlight ist wohl auch das Sea Aquarium. Wir stiegen von dort auf die Seaworld Explorer und fuhren ca. 1 Stunde entlang der Südküste von Curacao und sahen die faszinierende Unterwasserwelt.

Die letzte Insel der ersten Route erreichten wir an einem Mittwoch – Aruba. Wir fuhren an die Nordküste zum California-Leuchtturm. Hier ist das Schiff gesunken, das die Notrufe der Titanic nicht beantwortet hat – die California. Anschließend besichtigten wir die Natural Bridge – eine durch die ständige Brandung aus dem Kalkstein herausgewaschene und unterspülte brückenähnliche Felsformation. Am Nachmittag bummelten wir durch die bunte Hauptstadt Oranjestad und badeten an einem der vielen schönen Karibikstrände, wobei wir  am Strand spazierende Leguane beobachten konnten. Diese ließen sich von uns überhaupt nicht stören.

Nach der ersten Route besichtigten wir die historische Kolonialstadt Santo Domingo. Die Altstadt ist vom Anlegeplatz der AIDA gut zu Fuß zu erreichen.

Am Abend starteten wir unsere zweite, die Salsa-Route: Tortola-Antigua-St. Kitts-Guadeloupe

Nach unserem dritten Seetag erreichten wir über den Sir Francis Drake Channel Road Town, den Hauptort von Tortola, bei 27 Grad Celsius. Diese Insel ist die größte der Britischen Jungferninseln. Hier erlebten wir das wohl schönste Badeerlebnis überhaupt, Cane Garden Beach: weißer feinsandiger Strand, das Meer in seinem schönsten Türkis und ganz ruhige See, Pelikane die über dem Meer hinweg flogen und zwischen uns im Meer schwammen, und um uns herum viele kleine durchsichtige Fische, die uns umkreisten, da sie Schutz vor den Pelikanen suchten. Das Erlebnis, in diesem Einklang mit der Natur baden zu können, werden wir wohl nie vergessen und immer als schönstes Badeerlebnis in Erinnerung behalten.

Außerdem schauten wir uns den Botanischen Garten an und Pussers Landing-eine kleine bunte karibische Marina mit Geschäften und Cafes.

Auf der nächsten Insel, Antigua, ladeten natürlich wieder die schönsten Strände zum Baden ein. Hier gibt es 365 Strände, sozusagen für jeden Tag im Jahr einen. Sehr sehenswert hier ist der einst britische Marinestützpunkt English Harbour. Auf Antigua liegt die AIDA unmittelbar vor dem Zollfrei-Einkaufszentrum „Heritage Quay“, in dem man einige Zeit verbringen kann. Es ist nicht ein Einkaufszentrum, wie man es bei uns kennt, sondern es sind viele kleine bunt-karibische Häuschen, die einfach zum Bummeln einladen.

Vor St. Kitts liegt die AIDA an einem Dienstag auf Reede. Hier bietet sich für die mit guter Kondition eine Wanderung zum Vulkan an durch dichten Regenwald und für die weniger durchtrainierten vielleicht eine Inselrundfahrt, eine Jeeptour oder das Strandvergnügen – hier ist Frigate Bay zu empfehlen.

Die letzte Insel, Guadeloupe, gehört als französisches Überseegebiet zur EU. Hier nahmen wir an einem Tretbootausflug in die Mangroven teil. Das waren so kleine Tretboote für je zwei Personen und wir fuhren in einer Gruppe von 26 Leuten, sahen einige Vogelarten und machten ein BBQ am Strand.

Wem die Karibik zu weit ist, wer die AIDA aber nicht missen möchte, kann natürlich auch im Mittelmeer mit ihr kreuzen (von Mai bis Oktober).

Das Schiff läßt keine Wünsche offen. Die Kabinen sind hervorragend ausgestattet: Klimaanlage, Safe, Selbstwahltelefon, Föhn, Radio, TV und Badezimmer mit Dusche und WC. Man kann zwischen drei verschiedenen Kabinentypen und zwei verschiedenen Suitearten wählen, wobei alle die gleiche von mir beschiebene Grundausstattung besitzen (die Suiten verfügen sogar über eine Badewanne anstelle der Dusche in den Kabinen). Die aktive Erholung kommt auf gar keinem Fall zu kurz. So fanden wir in der Wellnesslandschaft zwei Saunen und ein Dampfbad, außerdem Innen- und Außenwhirlpools und einen Swimmingpool. Darüber hinaus kann man sich auf modernsten Trainingsgeräten gesundheitlich fit halten, Aerobic-Kurse belegen oder Volleyball spielen. Und sehr schön: Beim Sonnenuntergang und Auslaufen der AIDA auf der das ganze Schiff umlaufenden Bahn joggen. Oder genießen Sie die gegen Gebühr angebotenen Massagen incl. Meerblick – das tut gut!

Und die Verpflegung kommt natürlich auch nicht zu kurz. Sie finden auf der AIDA vier Bars und drei Restaurants. Hier eine kleine Auswahl der Köstlichkeiten, die wir in der Karibik ausprobieren konnten: Seezunge gefüllt mit Blattspinat, Haifisch, Pute in karibischer Currysoße, Truthahn mit Aprikosen, Möhren in Honigsoße mit Orangen, Mexikanische Krautsuppe, gebackenes Rochenfilet, Scholle, Entenkeulchen in Saframsoße, Hummer und vieles mehr. Ich denke, die Fantasie reicht aus, um sich bei solchen Hauptspeisen das Nachspeisenbuffet vorstellen zu können. „Ein kulinarisches Gedicht“ kann ich zum Essen nur sagen.